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Ausgezeichnet4,8

Unsere Seag’schicht’n

Märchen und Momente, Mystik und Magie

Geschichte oder Geschichten? Traum oder Wirklichkeit? Kaum merklich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Es raunt der Kuckuck, es flüstert die Zirbe, es gurgelt der kleine Bach. Und alle erzählen Erlebtes und Fantastisches. Rund um den Wolfsgrubner See.

Das beruhigende Grün des Waldes

Vor und hinter, sowie links und rechts von mir ragen schmale Baumstämme gen Himmel, die Baumkronen verdecken dessen Blau und spenden mir dafür angenehmen Schatten, Geborgenheit und: ein beruhigendes Grün. Für ein paar Sekunden schließe ich an diesem Morgen die Augen und sauge die Natur in ihrer reinsten Form ein – denn das ist der Wald: völlig rein. Ich lausche den heiteren Vogelstimmen, dem Knacken unter meinen Füßen und sauge den unvergleichlichen, frischen Waldduft ein. Es kommt mir so vor, als hülle das Grün meine Sinne von allen Seiten ein. Ja, ich kann die Farbe hören, ich kann sie spüren, ich kann sie riechen. Natürlich kann ich sie sehen. Und ich merke, dass mir die Farbe etwas gibt, das ich hier, mitten im Wald, finden kann: Raum für mich, Ruhe und Freiheit.

Eine Farbe, die die Seele streichelt

Grün bildet die harmonische Mitte aus dem offenen und warmen Gelb und dem zurückhaltenden, kühlen Blau. Ganz klar: Grün ist die Farbe der Natur, der Blätter und Nadeln, des Grases – und triumphiert jedes Jahr aufs Neue über den farblosen Winter. Grün steht für Erneuerung, Leben, Hoffnung und Wachstum. Genau diese Attribute sind auch die kostbaren Geschenke des Waldes. Und so inspiriert er auch, kitzelt unsere Kreativität wach und streichelt unsere Seele – ja, der Wald ist ein ganz besonders magischer, ein reiner Lebens- und Freiraum: Hier, inmitten des grünen Baum-Meeres, können wir unseren Alltag und unsere Rollen ablegen, hier müssen wir nicht funktionieren und nichts leisten. Hier dürfen wir unsere Schritte verlangsamen und einfach … sein.

Die beste Medizin

Wie gerne ich in dieses grüne Meer abtauche, ganz ohne Luft holen zu müssen – ganz im Gegenteil: Der Wald GIBT mir Luft und das nicht nur im übertragenen Sinne. :-) Vor allem dann, wenn wir uns in ihm bewegen, ist auch der wissenschaftlich-gesundheitliche Aspekt nicht zu unterschätzen: Die saubere Luft, die Ruhe und die ätherischen Duftstoffe der Nadelhölzer stärken nachweislich unser Immunsystem, der Blutdruck und die Herzfrequenz werden gesenkt. So ist das sich-Aufhalten in der Natur nicht nur eine Sehnsucht der Menschen, sondern auch eine wirksame Anti-Stress-Methode – auch vorbeugend: Wer oft im Wald ist, kann einem Burnout nachweislich entgegenwirken. Daher ist das Shinrin Yoku („Eintauchen in die Waldatmosphäre“) oder Waldbaden, das es mittlerweile auch in Europa gibt, in Japan schon lange präsent. Seit einigen Jahren gibt es an den dortigen Universitäten sogar das Unterrichtsfach „Forest Medicine“.

Kraftvolles, grünes Universum

Ich bin ein Kind des Waldes. Seit ich zurückdenken kann, war ich, so oft es ging, in den Wäldern unterwegs. Wie gerne erinnere ich mich an diese Zeiten zurück, als wir aus Ästen Verstecke gebaut haben und durch die schmalen Waldpfade gestreift sind! Und was damals noch ein so selbstverständlicher und gesunder Zeitvertreib war, ist heute eine Auszeit, die ich mir bewusst nehmen muss. Der Schriftsteller Ernst Ferstl hat mal gesagt: „Der Wald gehört zu den besten Tankstellen, wo man seine Batterien wieder aufladen kann.“ Und weil man hier so sein kann, wie man ist, weil der Wald eine so herrlich konträre Anderswelt zum Alltag ist und man stattdessen wieder eine Verbindung zu sich selbst findet, ja, wohl deswegen ist das Begehren der Menschen nach ihm so stark. Zurück zum Ursprung also – wenn auch nur für ein paar Stunden ...

Die Welt kann warten

Losgehen. Eintauchen. Tief einatmen, bewusster als normalerweise. Einfach nur da sein, mitten im Wald, mitten in der Natur, mitten im Leben. Das spüren, wozu man sonst nie die Zeit findet: sich selbst. Jeden Atemzug, jede Bewegung, jeden Blick. Sich beleben lassen im Schatten-Sonnenspiel der Zweige und auf den Untergrund und die Wurzeln Acht geben. Runterfahren. Kraft tanken im Universum der Grünschattierungen.
Ja, ich lasse alles hinter mir: die vorbeifahrenden Autos, den Traktor, der nebenan in den Weingütern arbeitet, die Krankenwagensirene, die Nachbarin, die gerade staubsaugt, das Handyklingeln und die Musik aus dem Radio. Ich lasse sie hinter mir, die Einkaufs- und To Do-Liste, den Wäscheberg zuhause, den Streit von gestern Abend. Das alles und noch viel mehr. Stattdessen: Bäume, nichts weiter als hohe, dunkelgrüne Bäume. Und …

Ruhe.
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