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Unsere Seag’schicht’n

Märchen und Momente, Mystik und Magie

Geschichte oder Geschichten? Traum oder Wirklichkeit? Kaum merklich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Es raunt der Kuckuck, es flüstert die Zirbe, es gurgelt der kleine Bach. Und alle erzählen Erlebtes und Fantastisches. Rund um den Wolfsgrubner See.

Ich geb auf mich Acht

Mehr Achtsamkeit im Alltag

Ein Wort, das ich mittlerweile fast genauso oft lese wie „Nachhaltigkeit” oder „Klimawandel” oder „Brexit” ist das kleine, aber nicht zu unterschätzende Wörtchen „Achtsamkeit”. Irgendwie springt es mich von allen Seiten an und irgendwie lässt es mich auch nicht mehr los, seitdem es sich quasi von hinten an mich herangeschlichen hat.
Grund genug für mich, mich mit dem Thema näher zu befassen. Zuerst also mal die allerwichtigste Frage voraus:

Was bedeutet eigentlich Achtsamkeit?

Wie in der Psychologie so oft, ist man sich auch beim Begriff Achtsamkeit – was Definition und Messbarkeit betrifft – nicht besonders einig. Da ich von allgemeinen wissenschaftlichen Analysen aber sowieso nicht allzu viel halte, bastle ich mir daraus meine für mich stimmige Definition selbst: Achtsamkeit bedeutet für mich, meine Aufmerksamkeit auf wesentliche, meinem (Ur)Wesen entsprechende Dinge zu lenken – ohne jegliche Form von Ablenkung – und eine Akzeptanz zu schaffen, die das eigene Wohlbefinden zur positiven Folge hat. Glück. Seelenfrieden, wenn man so will, aber vielleicht sind diese Begriffe für den Anfang schon zu weit gegriffen. Vielleicht sollten wir einfach mal mit Wohlbefinden anfangen. :-)

Jeden Tag achtsam mit sich selbst sein

Es geht also im Grunde um nichts anderes als um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Um das Runterfahren, um den kurzen Ausbruch aus dem Alltag, um sich selbst wieder mal wahrzunehmen, sich selbst zu sehen, um sich selbst zu verstehen. Ein schöner, einfacher Reim, und um das alles wirklich umzusetzen, gibt es wahrlich ganz einfache Übungen.

Bewusst aufwachen. Nicht aus dem Bett springen, sondern für eine Minute liegen bleiben. Der morgendlichen Stille lauschen und die einzelnen, noch verschlafenen Körperteile erwachen lassen. Und sich schon im Vorfeld darauf einstellen, tagsüber ab und zu ein paar kleine „Pausen” einzulegen.

Atmen. Was so simpel und selbstverständlich klingt, soll zu einem bewussten Erlebnis im Tagesrhythmus werden. Einfach mal die Augen schließen, tief ein- und alle Gedanken und Gefühle ausatmen. Spüren, wie die kühle Luft durch die Nase in die Lunge fließt und wie sie aus dem Mund wieder in die Welt hinaus geht. Dabei den Herzschlag hören und fühlen, wie er gegen das Innere der Brust pocht. Je öfter ich die Übung in meinen Alltag einbaue, in dem ich oft nicht mal Zeit habe, mir ein kleines Mittagessen zu kochen, desto mehr habe ich das Gefühl, mein Blut durch meine Venen fließen zu spüren. Spüren. Das ist das Schlagwort für Achtsamkeit. Mein Schlagwort.

Innehalten. Diese Übung stelle ich mir ähnlich vor wie Situationen in Filmen, in denen eine Person völlig gestresst und verzweifelt inmitten des Stadttrubels stehen bleibt und alles um sie herum plötzlich in Zeitlupe abläuft. Die Bewegungen der Menschen werden langsamer, ihr Gerede bekommt dieses seltsame „blobbige” Geräusch und vermischt sich mit dem monotonen Rauschen der Umgebung. Ein Innehalten im echten Leben ist ähnlich, nur andersrum: Man versetzt sich selbst in Zeitlupe, wird langsamer. Um dann alles um sich herum mal ganz bewusst wahrzunehmen.

Alltägliche Dinge achtsam tun. Eigentlich sollte alles, was immer „nebenher” läuft, wieder zu einer bewusst erlebten Tätigkeit werden. Das Frühstück. Das sich Hinlegen und ein Buch Lesen. Das Warten und sich-Langweilen. Ein Spaziergang. Die Gartenarbeit. Die abendliche Dusche ... Ich frage mich, wann das eigentlich passiert ist, dass wir als menschliche Individuen aufgehört haben, im Moment zu leben. Kinder tun nichts anderes und dafür bewundere ich sie. Denn diese Fähigkeit geht irgendwann auf unserem Weg zum Erwachsenwerden tatsächlich verloren. Damit liege ich doch gar nicht so verkehrt, oder? Irgendwie wird beim Essen immer gleichzeitig das E-Mail-Postfach gecheckt oder beim Duschen schon an die To-Dos des nächsten Tages gedacht. In Ruhe einen Filmabend verbringen geht ohne Handy schon gar nicht mehr und einfach mal Nichtstun – das gibt’s sowieso nicht. Multitasking und Handy-Using vom Feinsten ist das. Und die pure Zerstörung der Achtsamkeit.

Reflektieren und dankbar sein. Und am Ende des Tages? Die letzten Stunden einfach mal Revue passieren lassen und sich fragen, wofür man heute dankbar sein kann. Dieses Bewusstwerden der positiven Seiten im Leben verdrängen negative Gefühle wirksam. Das kann man in Gedanken tun, aber so – wie in meinem Fall – auch hinschreiben. Selbstreflexion und sich schöner Dinge bewusst zu werden, ist Achtsamkeit pur.

„Alles mit der Ruhe”

… „lebe den Moment” oder „eines nach dem anderen” – solche Ratschläge haben wir im Laufe der Jahre zur Genüge gehört – und doch habe ich mir nie wirklich Gedanken über die Wichtigkeit solcher Aussagen gemacht. Sich tägliche Momente der Achtsamkeit zu verschaffen, katapultiert uns aber am Ende wahrscheinlich zurück zu genau jenen Ratschlägen, die wir früher so gerne belächelt haben. Und jetzt, ja jetzt winken wir sie uns wieder herbei. Ja, sie sind gar der absolute Lifestyle-Trend – und das bestimmt nicht umsonst. :-)

Denn auf die Frage, was man denn von diesem ganzen Achtsamkeits-Ding überhaupt hat, kann ich ganz überzeugt antworten: na, eine positivere Stimmung, mehr Zufriedenheit! Einen erfolgreicheren Umgang mit Stresssituationen. Ein kleines bisschen mehr Zeit für sich selbst. Und inneren Seelenfrieden – und wenn er nur ein paar Minuten lang dauert.
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